Troubadoure / Minnesänger

Troubadoure / Minnesänger

Die ersten bezeugten Minnesänger sind die adligen Ritter in Südfrankreich. Die verwendete Sprache ihrer Lieder ist okzitanisch (provenzalisch). Eine Literatursprache, die Elemente aus verschiedenen okzitanischen Dialekten aufnimmt und zu Strophen mit Versmaß verarbeitetet. Der Minnesang dieser Dichter hat auch erheblichen Einfluss auf die Anfänge des deutschen Minnesangs um 1150.

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Die Troubadoure oder Minnesänger waren zugleich Dichter die ihre literarischen Texte singend mit einem Saiteninstrument vortrugen. Wie die Tempelritter, Baumeister und Katharer traten sie um die Wende des 11. zum 12. Jahrhundert plötzlich in Erscheinung. Ein geistiger Impuls hatte Westeuropa aus der Starre der vorherigen Jahrhunderte wiedererweckt. Den frühen Troubadours, die an dem kunstsinnigen und galanten Höfen der klugen Königin Eleonore von Aquitanien oder der Gräfin Esclarmonde de Foix ihre Lieder sangen, erschien die Religion der Katharer anmutiger und spiritueller als die römische Staatsreligion.

Die Verbreitung der okzitanischen Kultur und Sprache im 12. Jahrhundert.

Die Verbreitung der okzitanischen Kultur und Sprache im 12. Jahrhundert.

Minnesänger, Dichter und Troubadoure

Ihre musikalische Erscheinung war eine mittelalterliche Weiterentwicklung der keltischen Bardentradition der Vorzeit. Die Barden waren ursprünglich Druiden, die mit der Aufgabe versehen wurden, dem Volke durch die gesungenen, rhythmischen Liedtexte Weisheiten über das Gemüt in das Herz zu tragen. Griechische Chronisten erwähnten diese Barden bereits als Höflinge an irisch-keltischen Fürstenhöfen. Die Barden hielten in ihren gesungenen Geschichten auch die Geschehnisse aus Zeit der Vorfahren in bleibender Erinnerung. In so einer Kultur der mündlichen Überlieferung mußte der Barde also ein sehr gelehrter und weiser Mensch sein. Ein TroDeutschritterubadour erfand keine Geschichten, die er zu Lyrik verarbeitete, er schuf eine neue Form für uralte spirituelle Inhalte. Hätte sich diese gesamte okzitanische Entwicklung nach dem 13. Jahrhundert durchgesetzt, dann wäre Europa durch Liebe zur geistigen Führung der Welt prädestiniert gewesen. Es kam anders und so ging Europa einen viel härteren Weg durch die nachfolgenden Jahrhunderte.

Okzitanische Minnesänger spielen in den Katharer-Grotten von Ussat.

Okzitanische Minnesänger spielen in den Katharer-Grotten von Ussat.

Wer heute an Minnesänger denkt, der sieht zunächst einen romantisch verklärten Mann, der mit seiner Gitarre unter dem Fenster einer Angebeteten steht und sie mit seiner Kunst beeindrucken möchte. Diese Verflachung ist später auch eingetreten aber die frühen Minnesänger des Mittelalters waren angesehene Individuen aus dem Stand des Rittertums. Der wahre Minnesang kannte auch die vertonte Liebeslyrik an eine höher gestellte Frau. Dahinter verbarg sich aber neben dem sehnsuchtsvollen, idealisierten Bild der Weiblichkeit etwas zutiefst geistiges Suchen. Die Suche nach dem Göttlichen im Mensch fand in den umfangreichen Gralsdichtungen seinen Höhepunkt. Hier ist ebenfalls der Bezug auf ältere, keltische Traditionen offensichtlich. Wolfram von Eschenbach und seine Zeitgenossen, unter denen auch etliche weibliche Troubadoura waren, übertrugen spirituelle Erkenntnisse in unsere heutige Welt und übten damit wahrhaftige Kunst aus.

Copyright by Akasha-M.Hock 2015

Mehr über dieses Thema in meinem aktuellen Reiseführer-Kompendium Okzitanien. Erschienen im April 2016.

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